Mittwoch, 23. August 2017

Das Geheimnis zur perfekten Bolognese

Mein letzter Post ist tatsächlich schon wieder fast 4 Monate her.
Unfassbar. Ihr glaubt gar nicht wie sehr es mir oft unter den Fingern brennt neue Rezepte fertig zu machen und auszuprobieren, aber mir mangelt es dafür vor alleman einem: Zeit.
Viele von euch wissen ja schon das ich in der Veganbar in Bremen arbeite und dort Beispielsweise die "Burger des Monats" mache.
Seit nun fast 2 Jahren führe ich den Laden allerdings zusammen mit einem Kollegen und dem Inhaber und bin deshalb für weit mehr als nur die Burger des Monats verantwortlich.
Und das ist ganz schön Zeit intensiv.
In der Zwischenzeit habe ich schon oft überlegt den Blog deshalb komplett aufzugeben. Aber auch das könnte ich nicht, da mitlerweile einfach zu viel Herzblut hier drin steckt.
Ich danke euch allen für eure Geduld, für die lieben Worte und das animieren zum weitermachen.
Auch in Zukunft probiere ich, euch mit neuen Rezepten und Ideen zu überraschen, selbst wenn es dann manchmal etwas dauert.

Genug geredet, kommen wir zum Rezept.
Besser gesagt, die Perfektionierung eines älteren Rezeptes.
Nämlich diesem hier.
Meine absolute Lieblingssauce zu Pasta, Bolognese. Das Rezept orientiert sich am Familienrezept einer guten Freundin aus Italien, Sara (Ciao Bellissima).
Jetzt musste ich aber feststellen das es etwas gibt, das die Bolognese noch viel näher an ihr Original heranbringt, als Sojagranulat:
Gefrorener Tofu.

Das klingt beim ersten lesen vielleicht seltsam. Aber durch das einfrieren ist es, beim anschließenden Auftauen, viel leichter möglich überflüssiges Wasser aus dem Tofu zu pressen und seine Konsistenz ändert sich dabei ziemlich stark.
Aus 600g Tofu bekomme ich circa 250ml Wasser heraus.

Wenn ihr den Tofu jetzt mit den Händen zerbröselt, wird er beim anschließenden Verarbeiten viel "Hack" ähnlicher und wird auch viel schneller knusprig in der Pfanne.

Anders als im Grundrezept, gebe ich das "Hack" nicht erst zum Gemüse dazu um es anzubraten, sondern brate es vorher seperat an.
Dafür etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und den Tofu relativ lange, scharf anbraten.

Xa der Tofu jetzt, änhlich einem Schwamm, ziemlich viel Flüssigkeit aufnimmt kann es sein das ihr eventuell noch etwas Öl nachgeben müsst. Lasst euch von seiner Farbe nicht täuschen, auch wenn er nicht dunkel wird, wird er jetzt sehr schnell recht kross. Also rührt ruhig öfter einmal um, damit auch alle Seiten gleichmäßig angebraten werden.

Da der Tofu Flüssigkeit jetzt ja so gut auf nimmt und wir ihn in der Sauce natürlich lieber würzig als fad haben wollen, gibt mensch jetzt etwas Sojasauce hinzu. So wird der Tofu auch optisch dunkler und erinnert mehr an das Original.

Noch kurz von allen Seiten einmal anbraten, bis keine Flüssigkeit mehr in der Pfanne ist und dann in eine seperate Schüssel geben.

Ab hier könnt ihr euch gut am Original Rezept orientieren.
Also Gemüse schön fein schneiden, in der gleichen Pfanne anbraten und das wundervolle Aroma genießen das sich jetzt in der Küche ausbreitet.

Dann das Tofu-"Hack" dazu geben und alles kurz zusammen noch einmal anbraten.
Mit dem Rotwein ablöschen, einköcheln lassen und im Anschluß 3 Dosen gehackte Tomaten einrühren.
Die Gewürze dazu, eventuell noch etwas frischer Basilikum und dann für etwa eine halbe Stunde mit einem Deckel drauf, bei niederiger Temperatur und gelegentlichem umrühren einköcheln, lassen.

Nun erst die Pasta kochen und zusammen mit der leckeren Bolognese servieren. <3
Guten Appetit.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Prizza

Folgendes Szenario:
Ihr kommt von der Arbeit. Es ist 23 Uhr. Ihr habt total Bock auf Pizza. Aber jetzt noch auf den Teig zu warten dauert mindestens 3 Ewigkeiten und im Kühlschrank ist keiner.
Was tun?
Ihr macht einfach eine Prizza! Eine Pretzel-Pizza. <3 
Super einfach, super schnell gemacht und unfassbar lecker!

Dauer: 20 Minuten (plus Auftau Zeit der Laugenstangen)
Schwierigkeit: Leicht
Ergibt 2-3 Portionen oder eine wenn ihr so hungrig seid wie ich ;)


Zutaten:
-1 Pck. Laugenstangen (aufgetaut)
-1 Dose gehackte Tomaten
-Oregano
-Hefeschmelz oder anderer veganer Keese
-Zutaten eurer Wahl
-Olivenöl

Zubereitung:
Wie ja angekündigt, alles super easy bei diesem Rezept.
Die Laugenstangen lasst ihr auftauen (wenn es schnell gehen muss, geht dafür auch das defrost Programm eurer Mikrowelle). In meiner Packung waren 7 Laugenstangen, 2 davon habe ich als Rand beiseite gelegt, Ihr könnt aber natürlich auch einfach eine riesige Pizza aus allen Stangen formen.
Die übrigen Stangen drücktihr nun auf einem Backpapier so lange Platt, bis ihr eine Runde Pizza Form habt. 
Wichtig ist hierbei das ihr den Teig nicht komplett durchknetet! 
Laugenstangen oder Bretzel sind nur von außen mit Lauge behandelt, so daß wenn ihr das ganze durchknetet, die eigentliche Oberfläche sich im inneren des Teigs befindet und ihr nicht die typische braune Laugenkruste bekommt. Deshalb sind Laugenstangen auch besser für dieses Rezept geeignet als Bretzel, da sie eine größere Oberfläche besitzen.

Die zwei beiseite gelegten Stangen zieht ihr nun in die Länge und legt sie als Rand um eure Pizza. Der Teig müsste durch die Laugenschicht feucht genug sein um gut aneinander haften zu bleiben. Ich verteile an dieser Stelle noch das beiliegende Salz auf dem Rand, damit es mehr nach Laugenstangen aussieht, aber das ist euch überlassen.

Jetzt kommt auf die Pizza circa eine Dose gehackte Tomaten, diese werden direkt auf der Pizza mit etwas Knoblauch, etwas Oregano, optional ein paar Hefeflocken, Salz und Pfeffer gewürzt und mit Hefeschmelz oder veganem Keese eurer Wahl getoppt.

Jetzt könnt ihr die Prizza natürlich noch belegen wie ihr wollt. Meine war im Tex-Mex Style mit Kidneybohnen, "Hack", Jalapenos, Paprika, roten Zwiebeln und Kirschtomaten belegt. Nach dem backen kam noch etwas Avocado als Topping dazu.

Das ganze jetzt noch mit etwas Olivenöl beträufeln.

Optional noch etwas Keese darauf verteilen und dann ab in den vorgeheizten Ofen. Circa 12 Minuten bei 230°C.

 Dann ist eure Prizza auch schon fertig und kann von euch verschlungen werden. ;)
Guten Appetit!

Mittwoch, 22. Februar 2017

No-Muh Ribs

Als ich noch jünger war, habe ich Rippchen wirklich geliebt. Das "All you can eat" zusammen mit meinem Cousin war immer ein Highlight. Eigentlich ziemlich eklig wenn ich darüber nachdenke.
Also warum das ganze nicht einfach veganisieren, um es wieder genau so genießen zu können?

Dauer: 1,5-2 Stunden
Schwierigkeit: Mittel
Ergibt 12 Rippchen

Zutaten:
-6 Big Steaks
-1 Pastinake
-150g TK-Barbecue Kräuter
-1EL Öl
-1 Flasche Cola (0,33l)
-4cl Whiskey (kann auch weggelassen werden)
-170g Ketchup
-20g Senf
-20g Agave
-2TL Salz
-1TL Paprika
-0,5TL Majoran
-0,5TL Koriander
-1TL Hefeextrakt
-0,5TL Liquid Smoke
-1EL Stärke
-1 Knoblauchzehe
-1-2 Lorbeerblätter
-1/2 Orange
-kräftige Brühe mit Sojasauce und Paprika

Zubereitung:

 In einem Topf bratet ihr die Barbecue Kräuter in einem EL Öl an. BBQ Kräuter findet ihr nicht in jeder TK Abteilung, ihr könnt aber auch selbst welche machen. Rosmarin, Thymian, Majoran, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch und Zucker sind meistens die Hauptbestandteile.

In einem anderen Topfkocht ihr nun eine starke Brühe auf, mit etwas Paprika und Sojasauce darin.

Wenn sie kocht, kommen eure Big Steaks hinein und kochen für bestimmt 15 Minuten, bis sie wirklich schön weich sind. Dann gießt ihr sie einfach ab. Wichtig hierbei: Nicht wie bei anderen Trockensoja Produkten ausdrücken. Wir wollen sie möglichst saftig lassen.

Eure Hräuter sollten, während die Steaks nun vor sich hin kochen, gute 5 Minuten gebraten worden sein. Abgelöscht wird das ganze jetzt mit circa 4cl Whiskey.

Während der Alkohol im Whiskey nun bei der Hitze verfliegt, halbiert ihr einen Knoblauch und eine Orange.

Wenn der Whiskey fast verkocht ist, kippt ihr die Cola hinterher. Die bringt gleich eine schöne Farbe und die richtige Menge an Zucker mit für die Marinade.

Noch schnell den Knoblauch, die Orange und die Lorbeerblätter darin versenken und für circa 10 Minuten mit geschlossenem Deckel einköcheln lassen.

In der Zeit könnt ihr, wenn ihr den optischen Effekt denn wollt, eine Pastinake schälen und in Stifte schneiden.

Die Marinade befreit ihr nun von den eingekochten Knoblauchzehen, Lorbeerblättern und der Orange.

Zusammen mit dem Ketchup, Senf, Liquid Smoke, Agavendicksaft, Stärke, Hefeextrakt und den übrigen Gewürzen wird die Marinade jetzt püriert.

Die Big Steaks bratet ihr nun von beiden Seiten, mit ein wenig Öl, scharf an.

Die angebratenen Big Steaks halbiert ihr nun.
Mit einem spitzen möglichst dünnen Messer, schneidet ihr dann kleine Taschen in die Big Steaks und befüllt sie mit der Pastinake.

Jetzt müsst ihr die Steaks nur noch mit eurer Marinade von beiden Seiten bestreichen.


Dann kommen sie bei 180°C für circa 30 Minuten in den Ofen.

Als Beilage empfehle ich gartinierte Kartoffeln und glasierte Möhren.
Für die Kartoffeln braucht ihr eine Packung Soja Cuisine, 2EL Frischkeese, 1EL Hefeflocken, 1EL Olivenöl, 2 Zehen gehackter Knoblauch, Salz und Pfeffer.

Die Kartoffeln halbieren und in Scheiben schneiden. Die Scheiben nun, der größe nach, in eure Sojacuisine-Sauce legen und in einer ausgelegten Muffin Form wieder auf einander Stapeln.
Sie brauchen auch circa 30 Minuten im Ofen, es empfiehlt sich also, sie mit den Ribs zusammen zu backen.

Für die glasierten Möhren braucht ihr eine halbe rote Zwiebel, etwas Öl, 2EL Agave, 3 große Möhren (gerne Bunte), etwas Salz & Pfeffer.

Die Zwiebeln werden in dem Öl kurz angebraten.

In der Zwischenzeit schneidet ihr die Möhren in Stifte

Zusammen mit dem Agavendicksaft kommen sie nun zu den Zwiebelm.

Nachdem sie 2-3 Minuten gebraten worden sind, löscht ihr das ganze mit etwas 100ml Wasser, etwas Salz und Pfeffer, ab und lasst das ganze für circa 5-10 Minuten köcheln, bis das Wasser fast verdunstet ist und die Möhren glasig aussehen.


Jetzt nur noch alles zusammen anrichten und Tierleid frei genießen. ;)
Guten Appetit.